Superblock Architekten Christoph und Verena Mörkl

Wer, wie, was: SUPERBLOCK?

Superblock nennt man Wohnbebauungen oder Stadtquartiere, die mehr als Wohnen können. In der Dimension reizen sie Grenzen aus, sind auto- und parkplatzfreie Zonen und spielen mit hybriden Nutzungen – sind Arbeitsstätte und Wohnraum, Freizeitangebot und Versorgungszentrum. Nicht selten sind sie große, zusammenhängende Gebäude. Im Roten Wien nach 1920 war das noch Standard. Heute ist das eine wiederentdeckte städtebauliche Idee, die sich das Architekturbüro SUPERBLOCK zu eigen macht.

Verena und Christoph Mörkl haben vor fast 20 Jahren das Margarete-Schütte-Lihotzky-Projektstipendium des österreichischen Bundesministeriums für Kultur bekommen und sich intensiv den Typologien der großen Wohnblöcke des sozialen Wohnbaus des 20. Jahrhunderts gewidmet. Aus der Forschung ist ein Bürokonzept entstanden, das sie in ihren Entwürfen und zahlreichen Wettbewerbsbeiträgen kontinuierlich weiterentwickeln. Ihr Büroname ist durchaus Programm.

Dach- und Wandraute, Weiß, Außenansicht

Zwischenräume

„Zurzeit interessiert uns der Raum zwischen den Gebäuden“, führt Verena Mörkl aus. Für SUPERBLOCK sind das Begegnungszonen. Nicht jeder Bauherr oder Bauträger wüsste, was das ist, aber einige hätten mittlerweile verstanden, dass die Qualität dieser Räume für eine nachhaltige Stadt benötigt wird. Immer öfter fragen sich die Architekten über welche Werkzeuge sie verfügen, „um eine stark individualistische Gesellschaft für die Praxis der Gemeinschaft zu sensibilisieren“. Deshalb wird besonderer Wert darauf gelegt, wie Übergänge und Abgrenzungen zwischen privatem Wohnraum und halböffentlichen Siedlungsräumen konkret gestaltet werden können. Man ist „gegen die Mentalität der Zäune, aber für die Möglichkeit des privaten Rückzugs“.

Dach- und Wandraute, Weiß, Außenansicht

Der Mini-Superblock

Besucht man die Architekten im Wiener Bezirk Neuwaldegg, kann man einen Mini-Superblock live erleben: Das eigene Büro ist im selben Haus untergebracht wie die eigene Wohnung. Drei weitere Wohnungen in den oberen zwei Geschossen des Hauses gehören anderen Eigentümern. Der Garten zwischen Haus und Wienerwald wird von allen benutzt und gepflegt. An diesem Ort verwischen sich private Grenzen zu einem kleinen Paradies. Wohnen und Arbeiten auf diese Art und Weise funktioniert, weil es einen respektvollen Umgang zwischen Hausbewohnern und Hausbenutzern gibt. Nicht durch jede Tür, die offen steht, muss man gleich durchgehen. Man lässt sich Platz und steht doch kontinuierlich im Austausch miteinander. Verena Mörkl umschreibt den Ort mit dem Begriff „Bauernhof“, erklärt, dass eigentlich immer jemand vor Ort ist. Christoph Mörkl sucht lieber nach anderen Worten, um den Mikrokosmos in der Neuwaldeggerstraße 31 zu beschreiben: Man sei ein „extrem gutes Team“.

Büro Innenaufnahme

Die Sache mit den Namen

Begriffe, Sprache und Projektnamen sind bei SUPERBLOCK keine aufgesetzte Marketingstrategie, sondern gekonnte Technik, um Orientierung und Identität zu schaffen. Die Sprache sortiert und macht das Wichtigste sichtbar. So kommt es, dass einzelne Gebäude schon mal nach bekannten Kinderbuchfiguren benannt werden oder „G’mischter Satz“ heißen. Damit können die meisten Menschen etwas anfangen und es prägt sich stärker ins Gedächtnis ein.

Büro Innenaufnahme

Farbe oder Materialmix

Nach Vereinfachung streben SUPERBLOCK in der Wahl der Farben und des Materials. Fensterrahmen, Fassaden, Regenabflüsse und Innenräume werden weitestgehend monochromatisch umgesetzt. Verena Mörkl weiß, dass in der Kombination unterschiedlicher Farben und Materialien auch immer ein großes Risiko steckt. „Wir wissen, bei welchem Produkt wir mit der Auswahl anfangen müssen. Dadurch klappt das mit dem einheitlichen Erscheinungsbild verschiedener Gestaltungselemente.“ Gut dosiert werden darüber hinaus einzelne Farbkontraste oder Materialwechsel eingesetzt, um Räume zu betonen und voneinander abzugrenzen. Mit dem Konzept kombiniere man Holzfassaden, besengestrichene Putze und des Öfteren auch PREFA Produkte. So schaffen SUPERBLOCK Orientierung in ihren Bauprojekten und geben ihrer Architektur Charakter.

Garten, Balkon, Terrasse

CO₂-Bilanz und Lebenszyklus

Wenn das Büro Richtung Zukunft blickt, sieht es rechtlich verankerte CO₂-Bilanzen für jedes Bauprojekt. Eine detaillierte Betrachtung des Lebenszyklus von Neubauten und Sanierungen gehöre statt reine Errichtungskostenrechnungen demnächst für Bauträger und Architekten zum Planungsalltag. Selbst wollen sie stärker in den Städtebau, „da dort bereits wichtige Entscheidungen auf sozialer und ökologischer Ebene getroffen werden“. Man will stärker vom großen in den kleinen Maßstab arbeiten. Trotzdem bleibt SUPERBLOCK natürlich SUPERBLOCK und wird mehr und mehr gemeinschaftsbildende Ideen im Wohnbau umsetzen.

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SUPERBLOCK

Land: Österreich
Objekt, Ort: Wohn- und Bürogebäude, Wien
Kategorie: Neubau
Architektur: Superblock ZT GmbH
Verarbeiter: Dachbau Zeiler
Material: ➔ Dach- und Wandraute 29 × 29
Farbe: Weiß

ⓘ Objektbezogene Sonderlösung

Text & Interview: Claudia Gerhäusser
Fotos: © Superblock / Hertha Hurnaus, Croce & Wir

CLUE

PREFA hat mit der Dialog-Plattform PREFARENZEN ein Forum zur Weiterentwicklung innovativer und architektonisch hochwertiger Dach- und Fassadenlösungen aus Aluminium geschaffen.

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