Smaltovňa – ein altes Emaillierwerk in neuem Glanz

Emaillierwerk, Smaltovna, Lučenec, Seitenansicht, Aluminiumdach, Prefalz, naturblank

Die Stadt Lučenec in der Slowakei hat ein ungewöhnliches Wahrzeichen – ein Emaillierwerk aus dem Jahr 1892. Jahrzehntelang wurde hier Emaillegeschirr produziert und nach ganz Europa exportiert. Nach einer Zeit des Stillstands gelang es durch die Initiative eines mutigen Investors, dem Gebäudekomplex eine neue Seele einzuhauchen. Entstanden sind moderne Büro- und Lagerräume, ein Restaurant und ein schimmerndes PREFA Dach.

Vogelperspektive, Aluminiumdach, Prefalz, naturblank

Doppelt hält besser

Der slowakische Architekt Stefan Polakovič und sein Partner Lukáš Kordík nennen ihr Büro „GutGut“, weil sie besser sein wollen als nur gut. Dass sie ihr Handwerk besonders gut beherrschen, haben sie bereits mehrfach bewiesen. Mit der gelungenen Transformation einer Baustofffabrik in ein Büro- und Wohngebäude schafften sie es 2019 unter die besten 40 Arbeiten im Rennen um den Mies van der Rohe Award. „Ich weiß nicht, ob wir Experten sind, wenn es um die Umgestaltung von älteren Gebäuden geht, aber diese Projekte passen irgendwie zu uns“, erzählt Gründer Polakovič.

Innenansicht, Backsteinmauer, weiße Decke

Einzigartige Atmosphäre

Der Unternehmer und Besitzer des Emaillierwerks in Lučenec Milan Kovalančík wollte die historische Seele des Gebäudes erhalten, ihm aber trotzdem eine neue Funktion geben. „Bei unserem ersten Besuch haben wir sofort gesehen, welches Potential in diesem alten Fabriksgebäude steckt“, erinnert sich Polakovič. „Um die einzigartige Atmosphäre zu bewahren, haben wir von der alten Substanz so viel wie möglich erhalten.“

Analysieren, zeichnen, bauen

Dabei kam ihnen die Erfahrung aus vorherigen Projekten zugute: entkernen, analysieren, planen. „Im Prinzip haben wir gezeichnet und am nächsten Tag gebaut“, erzählt Polakovič. „Bei derartigen Projekten muss man vorsichtig, aber auch flexibel sein.“ Dafür wurden die Bauarbeiten in zwei Phasen unterteilt. In der ersten widmete man sich dem südlichen Turm und dem Anbau sowie dem Verbindungstrakt. Um den jetzigen Ansprüchen gerecht zu werden, wurde die Statik im zweigeschossigen Turm mit Stahlträgern nachgebessert. Im Parterre befinden sich die Eingangshalle, die den Zugang zu den Büros und zum Restaurant ermöglicht, sowie ein Verbindungstrakt, der als Lager dient. Direkt darüber entstanden die neuen Büros des Investors. Die zweite Phase betrifft den zweiten Turm, in welchem Wohnungen entstehen sollen.

Innenansicht, Holzdecke, Glaswand, weiß, rot, offene Tür, Katze

Dach mit Einschnitt

Auf der neuen dritten Ebene wurde in das bestehende Dach eine Terrasse integriert. Dazu hat man den Dachstuhl umgebaut und mit Prefalz in Naturblank eingedeckt, ohne dabei den Gesamteindruck des Smaltovňa-Komplexes zu verändern. „Ich persönlich habe mit PREFA Produkten nur gute Erfahrungen gemacht und nutze die vielfältigen Farben und Oberflächen entsprechend der jeweiligen Aufgabenstellung“, erzählt Polakovič. Das schimmernde Aluminium sei zwar mittlerweile etwas matter geworden, aber die zum Objekt perfekt passende Patina unterstreiche lediglich die Lebhaftigkeit des regen Treibens im revitalisierten Projekt.

Alles für die Natürlichkeit

Zuerst hat man die Ziegel des Gebäudes freigelegt. Ähnlich wie beim Dach sollte auch innen alles, was neu hinzugekommen ist, auf den ersten Blick erkennbar sein und sich vom ursprünglichen Teil klar abheben. So trennen Glaswände die Büroräume und schaffen gleichzeitig Transparenz und Licht, eine Wellblechwand steht zwischen Firmenbereich und Restaurant, Stahlsäulen wurden eingezogen und stützen das Gebäude zusätzlich. „Die Aussagekraft eines Materials ist am stärksten, wenn es ohne zusätzliche Behandlung oder Farben verwendet wird“, sagt Polakovič.

Froschperspektive, Innenansicht, Dachstuhl, Geländer

Abseits von Tradition

14 Mitarbeiter hat das Büro, das Stefan Polakovič gemeinsam mit Lukáš Kordík leitet. „Viel junges Blut“ sei dort vertreten und die Projekte und Aufträge seien so unterschiedlich wie das Team. „Zu uns kommen Kunden, die sich spezielle Entwürfe erwarten und gerne überrascht werden wollen“, sagt Polakovič. Er und sein Partner unterrichten auch an verschiedenen Universitäten, wo sie ihr Wissen an die nächste Generation weitergeben und diese ermutigen, Architekturaufgaben anders zu lösen als erwartet. Dass sie mit dieser Grundhaltung bisher gut gefahren sind, haben sie mit ihrer Umnutzung des Emaillierwerks in Lučenec eindrucksvoll bewiesen.

Seitenansicht, Smaltovna
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Smaltovňa

Land: Slowakei
Objekt, Ort: Mehrzweckgebäude, Lučenec
Kategorie: Umbau
Architektur: GutGut
Verarbeiter: Strechy Martin Lóh
Material: ➔ Prefalz
Farbe: Naturblank

ⓘ Objektbezogene Sonderlösung

Text: Marco Steurer & Carl Bender
Interview: Marco Steurer
Fotos: © mobilonline.sk

CLUE

PREFA hat mit der Dialog-Plattform PREFARENZEN ein Forum zur Weiterentwicklung innovativer und architektonisch hochwertiger Dach- und Fassadenlösungen aus Aluminium geschaffen.

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