Das „Wisswak“ bei der Totalphütte

Ein fliegender Informationskiosk mit Weitblick

Mit vereinten Kräften haben vier Studentinnen, eine Universität und eine Vielzahl von Projektpartnern auf 2.400 Metern über dem Meer den Prototypen eines multifunktionellen Bauwerks realisiert. PREFA hat sich an diesem studentischen Projekt sowohl mit technischem Know-how als auch durch die Bereitstellung der Materialien für die Bekleidung der Dach- und Wandflächen beteiligt.

Die Universität Liechtenstein setzt mit dem Institut für Architektur und Raumentwicklung neue Maßstäbe bei der Ausbildung autonomer und teamfähiger Architektinnen und Architekten. Unter den Aspekten der sozialen, politischen, ökologischen, ökonomischen und kulturellen Relevanz erhalten die Studierenden einen Einblick in die maßgeblichen beruflichen Tätigkeiten der Konzept-, Ausführungs- und Reflexionsphase.

„Wisswak“ – ein gelungenes Projekt, ausgelöst durch eine Lawine

Die Studentinnen Lina Gasperi, Silva Stecher, Ronja Keßler und Sabrina Fleisch haben gemeinsam das Pro Bono Projekt „Wisswak“ entwickelt und mit Unterstützung engagierter Projektpartner aus der Bauwirtschaft innerhalb von zwei Semestern realisiert.

Gruppenbild: Initiatorinnen, Projekt Pro Bono, Lina Gasperi, Silva Stecher, Ronja Keßler, Sabrina Fleisch, Rätikon, Vorarlberg, Totalp
v.l.n.r.: Ronja Keßler, Sabrina Fleisch, Silva Stecher, Lina Gasperi

Im Jänner 2019 haben die Vier erfahren, dass eine Staublawine die Schutzhütte beim Lünersee im Vorarlberger Rätikon erfasst hatte und dabei das Schlafhaus völlig zerstört wurde. Dies bedeutete, dass die Funktion der Schutzhütte nicht mehr gegeben war und bis zur Errichtung der neuen Hütte Notunterkünfte in Form von Wohncontainern herbeigeschafft werden mussten.

Um die Zerstörung und den spektakulären Wiederaufbau der Hütte für künftige Besucher in Erinnerung zu halten, entschlossen sich die vier Studentinnen zum Bau eines kleinen mobilen Museums, welches im Notfall auch als Biwak verwendet werden könnte. Anstatt eine solche Ausstellung räumlich entkoppelt im Tal zu zeigen, wollten sie die Wissensvermittlung direkt am Ort des Geschehens inszenieren. Aus dem „Wiss-“ der Wissensvermittlung und dem „-wak“ des Biwaks ergab sich auch der Name dieses monolithischen Bauwerks.

Stirnseite, Verglasung, geöffnetes Wisswak

Die Ausstellung mit dem Titel „Bauen in extremen Lagen“ dokumentiert neben der Geschichte des Vorarlberger Alpenvereins und der Totalphütte hauptsächlich die Zerstörung dieser traditionellen Schutzhütte in multimedialer Form durch Fotos, ein Video und Texttafeln. Die Mobilität des Wisswaks lässt zudem zu, dass es auch an anderen Orten zum Einsatz kommen könnte.

Ankunft, fliegender Informationskiosk, Wisswak, Helfer

Von der Idee zum Wahrzeichen

Es sollte keine Box im herkömmlichen Sinne werden. Die hohen Ansprüche, die sie an ihr Projekt setzten, und die Tatsache, dass das Objekt per Helikopter transportiert werden musste, führte zur Entwicklung eines ansprechenden Faltwerks aus Fichtenholz. Durch die Möglichkeit zwei Wände aufklappen zu können und den Einbau eines großen Fensters wirkt es auf Besucher besonders einladend.

Der Rohbau wurde inklusive der aufwendigen Konstruktionsplanung bei Fussenegger Holzbau in Dornbirn errichtet. Die in unterschiedlichen Winkeln auf Gehrung geschnittenen Dreischichtplatten sorgen für ein sauberes Fugenbild und gewährleisten ein flugtaugliches Gewicht. Dank seiner Stabilität sorgen einfache, verstellbare Stützen für einen sicheren Stand.

Das Gewicht war auch bei der Wahl des Materials für eine wasser-, schnee- und sturmfeste Fassade ausschlaggebend. An dieser Stelle kam PREFA ins Spiel, hat das innovative und nachhaltige Projekt durch die Lieferung der PREFA Dachrauten unterstützt und den Spenglermeister Mario Berchtold bei den Details dieser Sonderlösung beratend begleitet.

Per Helikopter wurde das Wisswak zu seinem derzeitigen Standort unweit der Totalphütte geflogen und fertiggestellt. Die Studentinnen vervollständigten ihr Projekt durch eine von ihnen gestaltete Ausstellung über den Vorarlberger Alpenverein, die Geschichte der Totalphütte und das Wisswak-Projekt.

Markus Metzler ist der für Vorarlberg zuständige Objektberater und beschreibt seine Rolle so: „Die Unterstützung von studentischen Projekten nehme ich für mich und für PREFA als großen Gewinn wahr. Ich werde dabei mit den Visionen und Anliegen von Architekten der Zukunft konfrontiert und bin gefordert entsprechend darauf zu reagieren. Schließlich führt dies zu Innovationen bei der Entwicklung neuer Produkte und zu einem höheren Niveau meiner Beratungsgespräche mit unseren Architekten und Planern.“

Eine weitere Perspektive auf dieses Projekt finden Sie hier:

DAS WISSWAK | Pro Bono Projekt an der Uni Liechtenstein

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Wisswak

Land: Österreich
Objekt, Ort: Informationskiosk, Vorarlberg
Kategorie: Neubau
Architektur: Universität Liechtenstein
Verarbeiter: Fussenegger Holzbau GmbH, Mario Berchtold Spengler Dachdecker GmbH & Co KG / Dornbirn
Material: ➔ PREFA Dachraute 29 × 29
Farbe: P.10 Steingrau

Text: Carl Bender
Fotos: Frau Fontain, Sabrina Fleisch, Markus Metzler

CLUE

PREFA hat mit der Dialog-Plattform PREFARENZEN ein Forum zur Weiterentwicklung innovativer und architektonisch hochwertiger Dach- und Fassadenlösungen aus Aluminium geschaffen.

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